Chancenungleichheit und Sozialkürzungen gefährden unseren sozialen Frieden

Täglich kommen in unser interkulturelles Begegnungszentrum in Linz viele Kinder, Jugendliche, Männer und Frauen aus aller Welt und viele Einheimische. Deshalb ist uns ein friedliches Zusammenleben in unserer Gesellschaft besonders wichtig. Ein gelingendes Miteinander braucht Solidarität und soziale sowie finanzielle Unterstützung für die Schwächsten, weil Armut und Ausgrenzung der Nährboden für Extremismus und Kriminalität sind.

Immer öfter können wir jedoch motivierten Menschen nicht weiterhelfen. Menschen, die sich unbedingt zu einer Deutschprüfung anmelden wollen, weil es ihnen sonst finanziell noch schlechter geht, die aber zuerst Deutsch lernen müssen – nur wo? Menschen, die ihren Schulabschluss nachholen möchten, aber keinen Platz bekommen oder noch zu wenig Deutsch können. Menschen, die so gern eine Lehre machen möchten, aber jetzt nicht mehr dürfen.

Es tut uns unendlich weh, wenn wir Menschen aufgrund politischer Beschlüsse aus unseren Deutschkursen ausschließen müssen. Wir können es nicht ertragen, wenn Menschen, die wir als offen, warmherzig und sozial integriert kennen, Familien mit ihren Kindern, Menschen, die unsere Freunde sind, negative Asylbescheide erhalten, sich vor Abschiebungen in Kriegs- und Krisengebiete fürchten und über Nacht einfach abgeholt werden.

Weil wir diesen Schmerz und diese Ungleichheit nicht mehr ertragen können, gehen wir am Donnerstag auf die Straße und demonstrieren für Menschlichkeit und Demokratie und wollen so auch jenen eine Stimme geben, die in der Gesellschaft nicht gehört werden.

Denn Chancenungleichheit und Sozialkürzungen gefährden unseren sozialen Frieden!

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