Familien- und Bildungspolitik im Rückwärtsgang

Es gibt aus Sicht der Kinderfreunde viele Gründe, um gegen die ÖVP-FPÖ-Regierung auf die Straße zu gehen. Sie kritisieren die Retro-Bildungspolitik von Minister Faßmann, die Einführung des 12-Stunden-Tags sowie den Familienbonus, der aus Sicht der Kinderfreunde armen Kindern nichts bringt. Mit der Deckelung der Mindestsicherung für Familien lasse man „finanziell schlecht gestellte Familien bewusst im Stich“, so Susanne Pollinger, Geschäftsführerin der Kinderfreunde OÖ.

Zurück in Bildungssteinzeit
Die Kinderfreunde kritisieren Bildungsminister Faßmanns Retro-Pädagogik mit ihrer zwanghaften Wiedereinführung von Ziffernnoten, Leistungsgruppen in der NMS und Sitzenbleiben ab der 2. Schulstufe. „Wir leisten Widerstand gegen die schwarzblauen Angriffe auf ein kindgerechtes Schulsystem und damit auf die Lebensqualität von Kindern“. Darüber hinaus lehnen die Kinderfreunde die Deutschförderklassen mit dem gleichzeitigen Streichen des Integrationstopfes ab. „Diese Kürzungen gemeinsam mit den Deutschförderklassen bewirken, dass Kinder schlechter lernen können, weil sie in Klassen bis zu 25 Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache unterrichtet werden“, kritisiert Susanne Pollinger.

12-Stunden-Tag belastet Familienleben
„Die Verlängerung der Arbeitszeit auf 60 Stunden pro Woche bedeuten einen massiven Angriff auf das Familienleben. Wer 12 Stunden arbeiten muss, hat schlicht und einfach keine Zeit mehr für seine Kinder“, zeigt sich Susanne Pollinger besorgt.

Familienbonus: Umverteilung auf dem Rücken der Kinder
Beim Familienbonus entfallen auf die unteren Einkommen lediglich 16 Prozent des gesamten „Entlastungsvolumens“, während die oberen Einkommen fast 40 Prozent vom Kuchen bekommen. „Das ist schwarz-blaue Umverteilungspolitik auf dem Rücken der Kinder“, so Pollinger. „Mit dem Familienbonus, bei dem arme Kinder auf der Strecke bleiben und der Deckelung der Mindestsicherung für Familien, setzt die Regierung zwei Maßnahmen, die deutlich machen: Schwarz-Blau will nicht Kinderarmut bekämpfen, sondern armen Kindern das Leben schwer machen. Das ist kinderrechtlich ein Skandal, weil jedes einzelne Kind das Recht auf ein Leben in sozialer Sicherheit und ohne Existenzängste hat.“, schließt Pollinger.

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